Warum ich gerne E-LKW fahre – über diese und weitere Fragen haben wir mit unseren Fahrern in kurzen Interviews gesprochen. Diesmal stand uns Sandro Hebenstreit Rede und Antwort über seine Faszination zu E-Trucks. Der 31-Jährige fährt einen Mercedes eActros 300 und arbeitet schon seit 5 Jahren für die Spedition Pflaum.
Wie lange fahren Sie schon E-LKW? Seit 2 Jahren.
Welche Meinung hatten Sie vorher zum E-LKW? Ich habe mich schon immer sehr für E-Mobilität interessiert und habe sofort zugesagt, einen E-LKW zu übernehmen.
Wie war die erste Fahrt? Trotzdem erstmal befremdlich und ich habe ein bisschen gezögert. Aber dann ist der Funke sofort übergesprungen und mit jeder weiteren Fahrt wurde es besser.
Was hat am meisten überrascht? Ich wusste, dass eine Akkuladung für 300 Kilometer reicht. Aber im Sommer ist mehr drin, weil keine Akkuleistung in die Heizung geht.
Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen Diesel- und E-LKW? Das sind klar die Reichweite und die Ladedauer. Auch der geringere Sound ist natürlich ein Unterschied. Aber so kann man besser seine Musik hören.
Wie empfinden Sie Beschleunigung und Fahrkomfort? Der Fahrkomfort ist natürlich viel ruhiger und der Geräuschpegel niedriger. Die Beschleunigung hängt zwar vom Modell ab, aber ein E-LKW zieht flotter an als ein Verbrenner, auch voll beladen.
Wie wirkt sich der geringere Geräuschpegel auf Ihre Arbeit aus? Man ist entspannter beim Fahren, weniger gestresst, weil man nicht dauernd auf irgendwelche Motorengeräusche achten muss.
Ist das Fahren insgesamt entspannter oder anstrengender geworden? Eindeutig entspannter.
Wie hat sich die Tourenplanung verändert? Die Planung muss zum Akku passen, da muss man anders mitdenken.
Welche Rolle spielt das Aufladen bei der täglichen Arbeit? Wie lange dauert es? Was machen Sie in der Zeit? Das Laden dauert länger, das muss man mit einrechnen und entsprechende Zeiten einplanen zwischen den Touren. Die Dauer ist etwa eine Dreiviertelstunde. Da mache ich Papierkram oder gehe auf Social Media. Das Schöne: Heizung oder Klimaanlage laufen beim Laden weiter.
Gab es Situationen, in denen die Reichweite zum Problem wurde? Ja, es war schonmal knapp, da war mein Akku runter auf 6 Prozent. Aber da gibt es nur zwei Optionen: Schaffen oder nicht, weil kein Kollege mit einem Kanister vorbeikommen kann, wenn man liegen bleibt.
Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie bei E-LKWs? Eine Standheizung für den Akku wäre nicht schlecht. Weil, wenn er vorgeheizt ist, lädt er schneller. Außerdem ist die Ladeinfrastruktur ausbaufähig.
Was gefällt Ihnen am E-LKW am besten? Was nervt? Es sind einfach moderne Fahrzeuge mit moderner Technologie. Auch das Entertainmentangebot im Fahrerhaus ist toll. Dann die schnelle Heizung oder Klimaanlage – ein paar Minuten und die Temperatur stimmt. Was nervt: Am LKW selbst eigentlich nichts, aber der Service außen herum könnte besser sein. Viele Firmen sind noch nicht auf E-Mobilität eingerichtet.
Würden Sie freiwillig wieder auf einen Diesel-LKW wechseln? Freiwillig eher nicht, mein Chef müsste ihn mir wegnehmen.
Welchen Rat würden Sie Fahrern geben, die auf einen E-LKW umsteigen sollen, aber vielleicht nicht wollen? Einfach versuchen und sich der Technologie nicht verschließen. Es funktioniert, macht Spaß und es ist ein tolles Fahrgefühl.