Warum ich gerne E-LKW fahre – über diese und weitere Fragen haben wir mit unseren Fahrern in kurzen Interviews gesprochen. Nachdem uns bereits André Hofmann und Sandro Hebenstreit ihre Antworten gegeben haben, sprechen wir heute mit Saskia Czerwinka. Die 31-Jährige fährt einen Mercedes eActros 600 und arbeitet seit 8 Jahren für die Spedition Pflaum.
Wie lange fahren Sie schon E-LKW? Seit fast einem Jahr.
Welche Meinung hatten Sie vorher zum E-LKW? Ich war am Anfang skeptisch, da ich von den Aussagen anderer Fahrer voreingenommen war. Bis ich selbst mit einem E-LKW fahren musste.
Wie war die erste Fahrt? Überraschend gut, so dass ich jetzt eigentlich nichts anderes mehr fahren möchte.
Was hat am meisten überrascht? Wie leise der E-LKW ist und dass er viel besser auf der Straße liegt als ein Verbrenner. Auch kühlt er im Fahrerhaus schneller ab oder ist schneller warm.
Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen Diesel- und E-LKW? Der Diesel ist mit seiner Reichweite natürlich besser für den Fernverkehr und sehr lange Strecken geeignet. Außerdem fehlt es noch oft an den E-Ladesäulen.
Wie wirkt sich der geringere Geräuschpegel auf Ihre Arbeit aus? Der LKW läuft so leise, dass man es kaum merkt.
Ist das Fahren insgesamt entspannter oder anstrengender geworden? Am Fahren ändert sich nichts, der Verkehr ist nach wie vor der gleiche.
Wie hat sich die Tourenplanung verändert? Eigentlich auch nicht, nur dass sich die Streckenlänge auf die Reichweite des LKW angepasst hat, um Spielraum zu lassen bei Stau und so weiter.
Welche Rolle spielt das Laden bei der täglichen Arbeit? Wie lange dauert es? Was machen Sie in der Zeit? Das Laden spielt eher weniger eine Rolle, weil es so getaktet ist, dass wir die Tour mit der Reichweite schaffen und am Standort den LKW zum Laden stecken, bis der nächste Fahrer kommt. Die Ladedauer hängt davon ab, wie voll beziehungsweise leer der LKW ist. Bei 37 Prozent Restladung braucht er eine Stunde oder eineinhalb Stunden, je nachdem, was die Ladesäule hergibt.
Wie gut funktioniert die Ladeinfrastruktur auf Ihren Strecken? Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie hier? Es könnte besser sein. Ladesäulen gibt es schon einige, aber sie sind oft überdacht. Da kann man mit einem LKW nicht darunter fahren. Oder das Gelände, auf dem sie stehen, ist zu eng. Beim Ausbau scheint nur an Autos gedacht worden zu sein.
Gab es Situationen, in denen die Reichweite zum Problem wurde? Am Anfang, als wir die ersten E-LKW bekamen, musste man sich mit der Reichweite im Verhältnis zur Länge der Tour erst noch zurechtfinden, und sich manchmal mit Google Maps oder mithilfe der Dispo Ladesäulen suchen.
Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie bei E-LKW? Die Batterie könnte im Winter stabiler sein, da bei Minusgraden die Reichweite über 100 Kilometer zurückgeht.
Was gefällt Ihnen am E-LKW am besten? Was nervt? Ich arbeite gerne mit dem E-LKW. Man kann mit ihm schnell auf- und abbrücken. Was nervt? Im Winter hat er manchmal elektrische Fehlermeldungen, die aber schnell verschwinden.
Welchen Rat würden Sie Fahrern geben, die auf einen E-LKW umsteigen sollen, aber vielleicht nicht wollen? Sie sollen sich einfach mal reinsetzen, nicht so engstirnig sein und den LKW ausprobieren. Es lohnt sich.